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veröffentlicht am 09.02.2017

Abgelaufene Lebensmittel auf dem Prüfstand

Greenpeace unterzieht das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erstmals einem Langzeit-Check: Bei acht Lebensmitteln mit abgelaufenem MHD wird vier Monate lang regelmäßig getestet, ob sie noch genießbar sind. Erste Ergebnisse zeigen: Fast alle Produkte sind noch frisch. Jährlich landen in Österreich hunderttausende Tonnen Nahrung ungeprüft im Müll, obwohl man sie noch essen könnte.

Joghurt im Kühlschrank vergessen, bereits zwei Wochen abgelaufen – wer kennt das nicht? In vielen heimischen Haushalten würde es jetzt in den Mistkübel wandern, obwohl es noch verzehrt werden könnte. In Summe entsteht so ein gigantischer Müllberg: Alleine in Österreich landen jährlich mindestens 760.000 Tonnen Essen im Müll, das sind mehr als 18.000 LKW-Ladungen. Ein Drittel des Müllbergs kommt von den Haushalten, darunter Lebensmittel mit abgelaufenem MHD, die ungeprüft und oft noch originalverpackt weggeworfen werden.

Erstmals stellt Greenpeace deshalb das MHD auf den Langzeit-Prüfstand: Gemeinsam mit dem renommierten Lebensmittellabor LVA und finanziert von der Initiative Mutter Erde testen wir abgepackte Wurst und Gebäck, Joghurt, Käse, Eier, Soja-Joghurt, Tofu und einen veganen Brotaufstrich, deren MHD abgelaufen ist, über vier Monate regelmäßig auf ihre Frische. Und die ersten Ergebnisse nach 14 Tagen beweisen: Fast alle Lebensmittel können noch bedenkenlos gegessen werden. Einzig am veganen Brotaufstrich war offenbar ein realistisches MHD angegeben, so wie wir es uns von den Herstellern wünschen.

Denn viele Lebensmittel-Produzenten haben ein Interesse daran, das MHD viel zu kurz anzugeben, um Haftungsfragen zu entgehen und den Absatz zu erhöhen. Einige Konsumenten und Konsumentinnen verwechseln das MHD dann mit einem Verfallsdatum. „Das MHD ist aber nur eine Frischegarantie des Herstellers. Es sagt nichts darüber aus, wann ein Produkt verdorben ist. Einen Fernseher würde ja auch niemand wegwerfen, weil die Garantie abgelaufen ist, “ sagt Hanna Simons von Greenpeace, die den Test begleitet. „Zum Glück verlassen sich schon jetzt viele Menschen auch jetzt schon auf ihre Sinne, bevor sie abgelaufenes Essen wegwerfen. Sie riechen, achten auf die Konsistenz und kosten es, bevor sie Essen wegwerfen. Wir liefern mit unserem MHD-Langzeit-Check den wissenschaftlichen Beweis zum Hausverstand.“

Die Politik hat bis jetzt wenig gegen zu kurze MHD unternommen. „Die Produzenten machen selbst Lagerungstests und setzen das MHD für die Produkte dann womöglich kürzer an, als die eigenen Tests ergeben“, ärgert sich Hanna Simons. Von der Bundesregierung fordert Greenpeace deshalb rechtliche Vorgaben für realistische MHD. Denn einwandfreie Lebensmittel gehören auf den Tisch, nicht in den Mist.

Jetzt die Greenpeace-Petition gegen Lebensmittelverschwendung unterzeichnen!

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