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veröffentlicht am 23.03.2017

Langzeittest: 42 Tage abgelaufene Lebensmittel einwandfrei

Was macht man mit Eiern, Käse, Joghurt, Soja-Joghurt, Tofu, Salami und Kuchen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) seit sechs Wochen überschritten ist? Ganz einfach: Man macht ein herzhaftes Mittagessen (Omelette) mit Vor- und Nachspeise (Tsatsiki bzw. Joghurt mit Früchten und Kuchen). Ein Team aus Greenpeace-MitarbeiterInnen verkostete jetzt jene Lebensmittel aus dem MHD-Langzeittest, die auch sechs Wochen nach dem Ablaufen des MHD noch im Rennen sind. Fazit: Alle Produkte waren nicht nur einwandfrei, sondern geschmacklich von frischen Lebensmitteln kaum zu unterscheiden. „Auch in der Praxis zeigt sich, was die Laborergebnisse bestätigen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons während der Verkostung: „Das MHD ist bestenfalls eine Frischegarantie für Produkte und sagt rein gar nichts darüber aus, ob sie noch genießbar sind.“

Greenpeace lässt Lebensmittel mit abgelaufenem MHD in der Lebensmittelversuchsanstalt in Klosterneuburg über einen Zeitraum von insgesamt vier Monaten testen. Die ersten Tests starteten Ende Jänner. Bis auf einen veganen Brotaufstrich sind alle getesteten Produkte nach wie vor einwandfrei.

Simons hofft, dass die Testreihe Klarheit in das leidige Thema MHD bringt: „Viele Konsumentinnen und Konsumenten halten das MHD irrtümlich für ein Verfallsdatum und werfen abgelaufene Lebensmittel ungeprüft in den Müll. In Summe fallen dann hunderttausende Tonnen an Lebensmittelabfällen an, die leicht vermeidbar wären.“ Dazu komme, dass viele Produzenten dass MHD zu früh ansetzen würden, um Haftungsfragen zu entgehen oder den Anforderungen der Supermärkte zu entsprechen. Simons: „Dabei können wir uns ganz einfach auf die eigenen Sinne verlassen: Anschauen, riechen, schmecken, tasten, bevor wir ein Produkt wegwerfen. Besteht es den Sinnetest, können wir es getrost essen.“

Bei der Haltbarkeit von Lebensmitteln hilft uns auch der Hausverstand. Damit Lebensmittel lange genießbar bleiben, müssen sie richtig gelagert werden. „Die meisten Produkte mögen es dunkel, kühl und trocken“, erklärt Simons. „Außerdem lohnt es sich, über den richtigen Platz für Lebensmittel im Kühlschrank nachzudenken. Käse mag es nicht zu kalt – ihn bewahrt man am besten ganz oben oder gleich im Gemüsefach auf. Eier gibt man am besten ins Eierfach in der Tür, Joghurt ins mittlere Fach.“ Von den 760.000 Tonnen Lebensmitteln, die in Österreich jährlich im Müll landen, stammt mehr als ein Drittel aus Privathaushalten. Wer sich auf seine Sinne statt auf das MHD verlässt, spart auch Geld. Jeder Haushalt wirft pro Jahr etwa 300 Euro an Lebensmitteln weg.

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